Die aktuelle Skala: A+ bis H
Die Energieeffizienzklasse zeigt auf einen Blick, wie viel Energie ein Gebäude pro Quadratmeter und Jahr verbraucht oder benötigt. Grundlage ist der Endenergiebedarf oder -verbrauch in kWh/(m²·a).
Die meisten deutschen Bestandsgebäude liegen in den Klassen D bis F. Neubauten nach aktualisierten GEG-Standards erreichen in der Regel Klasse B oder besser.
Was ist der Unterschied zwischen Endenergie und Primärenergie?
Auf dem Energieausweis finden sich zwei Energiekennwerte:
- Endenergiebedarf/-verbrauch: Die Energie, die tatsächlich ins Gebäude geliefert wird — der direkte Vergleichswert für Eigentümer, Käufer und Mieter. Dieser Wert bestimmt die Effizienzklasse.
- Primärenergiebedarf: Berücksichtigt zusätzlich die Energiegewinnung und den Transport — also zum Beispiel den Kraftwerksaufwand hinter dem Strom für eine Wärmepumpe. Relevant für EU-Klimaziele und KfW-Förderungen.
Wie beeinflusst die Klasse den Immobilienwert?
Studien zeigen: Jede Effizienzklasse beeinflusst den Marktpreis einer Immobilie — sowohl beim Verkauf als auch bei der Vermietung. Gebäude in schlechten Klassen (F–H) sind schwerer zu verkaufen, erzielen geringere Quadratmeterpreise und stehen vor wachsenden Sanierungsrisiken.
- Klasse A+/A: Premium-Aufschlag auf Marktpreis, leicht zu vermieten, niedrige Nebenkosten als Kaufargument
- Klasse B/C: Guter Standard, keine Sanierungsrisiken, marktgängig
- Klasse D/E: Durchschnitt, keine unmittelbaren Pflichten, aber Wertverlust-Risiko
- Klasse F/G/H: Zunehmende Schwierigkeiten bei Vermietung, Preisabschläge, mögliche künftige Sanierungspflichten durch EU-Gebäuderichtlinie
Die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024) sieht vor, dass Wohngebäude bis 2030 mindestens Klasse E und bis 2033 mindestens Klasse D erreichen müssen. Die genaue nationale Umsetzung durch Deutschland steht noch aus — aber Eigentümer von F- und G/H-Gebäuden sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen.
Was ändert sich 2026 mit der neuen EU-Skala?
Bisher gilt in Deutschland die Skala A+ bis H. Im Zuge der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie wird schrittweise auf eine neue Skala von A bis G umgestellt — angelehnt an das Energielabel für Haushaltsgeräte.
Wichtig: Bereits ausgestellte Energieausweise bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum (10 Jahre) gültig. Es besteht keine Pflicht, bestehende Ausweise sofort zu ersetzen. Neue Ausweise werden aber ab einem bestimmten Stichtag in der neuen Skala ausgestellt.
Wenn Ihr aktueller Energieausweis noch mehrere Jahre gültig ist, müssen Sie nichts unternehmen. Wenn Sie in den nächsten Monaten einen neuen Energieausweis benötigen, informieren wir Sie transparent, in welchem Format er ausgestellt wird.
Wie kann ich die Effizienzklasse verbessern?
Die wirkungsvollsten Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienzklasse sind:
- Heizungsanlage erneuern (z.B. Gas-Brennwert durch Wärmepumpe ersetzen) — oft größter Einzelhebel
- Dachdämmung — hohes Einsparpotenzial, vergleichsweise geringe Kosten
- Fassadendämmung (WDVS) — aufwändiger, aber sehr effektiv
- Neue Fenster (Dreifachverglasung) — vor allem bei Altbau mit Einfachverglasung sinnvoll
- Kellerdeckendämmung — günstig und wirksam
Nach einer Sanierung empfiehlt sich ein neuer Energieausweis, um die verbesserte Klasse zu dokumentieren — z.B. für Vermietung, Verkauf oder die Beantragung von KfW-Förderungen.
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